Teamentwicklung durch andere Meetings

Teamentwicklung durch andere Meetings

Das Teammeeting als

Plattform zur Teamentwicklung

In vielen Organisationen ist es üblich, mehr oder weniger
regelmäßige Aktivitäten zum Teambuilding zu unternehmen. (In den meisten Organisationen unterbleibt dies jedoch – wohl aus Kostengründen.) Der Wunsch dahinter ist, das Team zu einer besseren Kooperation zu bewegen. Das kann man gut sowie effektiv finden oder auch nicht. Woran mich das erinnert, ist das Übersehen einer naheliegenden und niedrigschwelligen Intervention: das regelmäßige Teammeeting.
Führungskräfte können das Teammeeting als Plattform zur Teamentwicklung in vielen kleinen Schritten nutzen. Hier haben eigentlich fast alle Themen Raum, die das Team bewegen. Und das auch noch in direktem Bezug zum Arbeitsalltag. Dazu ein paar Beispiele:

Fall: Ein Mitarbeiter hält sich auffallend zurück in Diskussionen, andere dominieren
das Gespräch.
Intervention: Gesprächskreis, d.h. es wird nacheinander gesprochen, die Reihenfolge ist also vorab klar. Ergänzend kann die Führungskraft ermutigend Nachfragen bei den bisher
eher passiven Kollegen.

Fall: Die Mitarbeiter holen sich zu wenig Unterstützung von Kollegen ein, eventuell gibt es
(bei Einzelnen) auch die geäußerte Haltung, man helfe gerne wenn man gefragt werde.
Intervention 1: In einer Runde benennt jede(r), wo sie/er konkrete Unterstützung von einer
konkreten Person das eigene Vorankommen erleichtern kann.
Intervention 2: In einer Runde benennt jede(r) seine Einschätzungen, wen und wobei
sie/er einen Kollegen konkret unterstützen kann.

Fall: Mitarbeiter vermeiden es in formellen Situationen über Schwierigkeiten, Hindernisse,
Probleme und Fehler zu sprechen.
Intervention: Gesprächsrunde, wo jeder genau solch einen Aspekt ansprechen soll.
Die Führungskraft macht den Anfang.

Fall: Mitarbeiter gehen über echte Fortschritte, positive Neuentwicklungen, erreichte
Meilensteine u.a. Positives ungerührt und ohne Würdigung hinweg.
Intervention: Gesprächsrunde, wo jeder genau solchen einen Aspekt ansprechen soll.
Die Führungskraft macht den Anfang.

Fall: Die Führungskraft möchte einzelne / alle Mitarbeiter in bestimmte
Entscheidungen einbeziehen.
Intervention: Die Führungskraft fragt gezielt diese Mitarbeiter, wie sie entscheiden würden und warum. Wichtig ist, dass die Führungskraft erkennbar macht, dass die geäußerten Meinungen für sie wirklich zählen.

Und wenn etwas nicht „richtig“ gelungen ist?

Das nächste Teammeeting ist eine neue Möglichkeit!

In solchen langfristigen Prozessen ist die Intention wirkmächtiger als eine konkrete Formulierung oder einzelne Aktion. So kann eine Führungskraft langfristig und ohne viel Aufwand ihr Team systematisch weiter entwickeln und dazu bringen, sein Leistungspotenzial auszuschöpfen. Die Grenzen solcherart Interventionen sind dann erreicht, wenn es Verstrickungen, kalte oder heiße Konflikte o.ä. gibt oder die Führungskraft selbst Teil eines Falles ist.
Genau dann ist ein externer Teamcoach gefragt.

Von | 2017-10-27T10:47:02+00:00 21.08.2017|Blog|0 Kommentare

Über den Autor:

Dr. Stefan Fuchs studierte mangels anderer Ideen zunächst Mathematik. Erst nach diesem Umweg fand er, was ihn wirklich fesselt: Organisationsentwicklung. Heute ist er als systemischer Berater, Teamcoach und Prozessmanagementberater aktiv. Seine Interessen sind: was eine "gute" Organisationsgestaltung ist, wie Veränderungen gelingen können und wie Teams effektiver zusammenarbeiten. Im Laufe der Zeit hat er umfangreiche Ausbildungen absolviert. Die größeren davon sind: Qualitätsmanagement, Gewaltfreie Kommunikation, systemische und Gestalt-orientierte Organisationsentwicklung, Lösungsfokussiertes Team- und Konfliktcoaching, Prozessmanagement (Certified Business Process Professional = CBPP®). Stefan engagiert sich in der gfo (Gesellschaft für Organisation e.V.), wo er u.a. Regionalleiter für Leipzig ist.

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