Man nehme eine „richtige“ Software und die passende Hardware dazu – fertig ist die Digitalisierung. So scheint die weit verbreitete Meinung zu sein, bei Unternehmen wie Ministerien. Das diese Vorstellung – diplomatisch formuliert – lückenhaft ist, zeigt sich bei Ämtern und Behörden wie Unternehmen. Für Schulen standen erhebliche finanzielle Mittel für die Digitalisierung bereit – abgerufen wurde binnen zweier Jahre nur ein Bruchteil. Und nun im Corona-Lockdown konnten wir die Auswirkungen beobachten: Es fehlte und fehlt an funktionierenden Lösungen, an Methoden, Gewohnheiten und – bei erschreckend vielen Lehrern – auch an der Bereitschaft. Anstelle der Schulen finden sich hierfür Beispiele in Ämtern und Behörden. Bei Unternehmen ist die Situation anders. Dennoch sind auch hier Anzeichen beobachtbar, dass die Digitalisierung nicht rund läuft. So laufen entsprechende Projekte häufig aus allen zeitlichen Planungen heraus, tauchen unerwartete Widerstände und Klärungsbedarf auf, die immer wieder den Projektfortschritt behindern.

Cynefin

Wie erklärt sich das? (Verweise auf Inkompetenz oder Faulheit der handelnden Personen lassen wir nicht gelten.) Hierfür liefert das Cynefin-Modell eine interessante Perspektive: eine Organisation bildet einen komplexen Kontext für Digitalisierungs-Projekte. Demgegenüber sind die meisten Herangehensweisen so gestaltet als ob es sich um einen komplizierten Kontext handele. Zu den beobachtbaren Auswirkungen dieser Fehleinschätzung gehören u.a.:

  • das Missverständnis, man können Zeitpläne aufsetzen
  • der Einsatz ungeeigneter Methoden und Entscheidungsverfahren
  • zu wenig Partizipation der Mitarbeiter*innen mit Feldkompetenz
  • Vorgehen ohne Ziele und Iterationen.

Genau hier kann etwas ansetzen, dass wir Digitalisierungs-Strategie nennen. Eine solche Strategie umfasst Methoden und Vorgehensweisen, die der Komplexität einer Organisation angemessen sind. Wie wir dabei vorgehen, das erläutern wir in unserem Webinar.