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Lernen von Olympia

Olympia ist vorbei, die Analysen für unser Land pendeln zwischen Enttäuschung (über das Abschneiden einzelner Sportarten) und Zufriedenheit (über die doch beachtliche Medaillenzahl). Für mich beeindruckend war wieder einmal die Wirkung von Innovationen. Es gibt Sportarten, in denen über Traineraustausch, international zusammen gesetzte Trainingsgruppen, ausgeklügelte Wettkampfformate, u.a.m. ein permanenter globalisierter Austausch im Gange ist. Dieser Austausch führt zu fantastischen Spitzenleistungen, einer breiten Spitze und einer Nichtdominanz einzelner Sportnationen - infolge des Aufholens anderer. Als Beispiel sei hier nur auf Schwimmen und Triathlon verwiesen. Diese Art von Wissensaustausch, die ja seit Ende der 1990er Jahre auch im Fußball zu beobachten ist, ermöglicht Entwicklungen in unglaublich kurzen Zeitspannen, die ohne Austausch mit der Außenwelt weder in dieser Geschwindigkeit noch überhaupt möglich wären.
Nun ist dies aber kein Blog über Sport, sondern über Organisationsentwicklung. Um "die Kurve zu kriegen" stelle ich eine Frage: Wie viele Organisationen (Unternehmen / Behörden) suchen außerhalb ihrer eigenen Grenzen nach organisationalen Innovationen, um geeignete für sich zu übernehmen? Und ich will auch gleich meine (in Abgrenzung zu "die") Antwort liefern: Sehr wenige. Wer sich weiter entwickeln will, von Anderen lernen will, braucht vor allem anderen eines: Demut. Ich glaube, das könnten Organisationen vom olympischen Sport übernehmen.

Ö till Ö

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist für kleinere Unternehmen keine einfache Aufgabe. Unser Lösung heißt Kooperation. Gemeinsam mit LE Qrier, dem Leipziger Fahrradkurierdienst (www.fahrradkuriere.de) stellt staffadvance ein Team beim Ö till ö 2012. Als eines von einhundert 2er Teams starten Stefan Fuchs (staffadvance) und André Stöß (LE Qrier) am 03.09.2012 bei einem Rennen der besonderen Art:
Vor der schwedischen Ostseeküste geht es schwimmend von einer Insel zur nächsten, laufend über diese und schwimmend zur nächsten usw. ... 40 Wechsel, insgesamt 56,9 km laufen und 9,2 km schwimmen.

Eindrücke und mehr unter http://www.otillo.se

Komfortzone und Leidenschaft

Ich war wieder einmal beim Fußball, als Zuschauer. Regionalliga, Tabellenerster gegen den Tabellendritten, Goliath gegen David sozusagen. Das Tabellenführerteam war in allen Belangen erschreckend unterlegen. Das Ergebnis fiel mit 0:1 eher schmeichelhaft aus. Wie entsteht so etwas, was tut und lässt ein Team, um eine solche Situation zu kreieren?

Das Folgende gehört gewiss dazu:

  1. Risiken scheuen. Um Fehler zu vermeiden, wird der Quer- und Rückpass gesucht oder der Ball zum Mitspieler geschoben, statt ein Pass gewagt. Oder man stoppt den erhaltenen Ball erst einmal sicher, läuft ein paar Schritte auf den Mitspieler zu, um dann den Ball zu diesem querzupassen. (Dass der Gegner damit genug Zeit bekommt, sich über das Spielfeld zu verschieben, wird nicht als Folge des eigenen Handelns wahrgenommen.)
  2. Schnelligkeit und Überraschungen meiden.Denn Schnelligkeit könnte in Fehlerproduzierende Hast umschlagen, ein überraschender Pass den Mitspieler auf dem falschen Fuß erwischen. Freistöße sollten sowieso sorgfältig und graziös ausgeführt werden, die Freundin guckt ja zu.
  3. Sich an irrelevanten Statistiken berauschen. Lieber den Ball zum Mitspieler schieben, als den Abschluss suchen. Das gibt einen Punkt in der Statistik „erfolgreich gespielte kurze Pässe“.
  4. Den Gegner ausblenden. Man kann auf den Platz gehen, um als Tabellenführer das nächste Spiel zu bestreiten. Man kann auch das Spielfeld betreten mit dem Gedanken, dass es 0:0 steht und der Gegner unbedingt gewinnen will. Unser Unterbewusstsein entscheidet sich immer klar für eine der beiden Optionen. Diese Entscheidung bestimmt unser Agieren.
  5. In der Komfortzone bleiben.Immer schön im GA1-Tempo* bewegen, die Anderen (Mitspieler) sind ja auch noch da.
  6. Leidenschaft vermissen lassen. Ob mein Team verliert oder nicht: Heute Abend gibt´s ein schönes Bier.

Es heißt, Fußball sei ein Spiegel der Gesellschaft. Es muss also Unternehmen geben, in den einige Führungskräfte und Mitarbeiter…

  • Risiken scheuen
  • Schnelligkeit und Überraschungen meiden
  • sich an irrelevanten Statistiken berauschen
  • den Gegner (Rahmenbedingungen, Wettbewerber, Kunden) ausblenden
  • in der Komfortzone bleiben
  • Leidenschaft vermissen lassen.

Kennt jemand Beispiele für solche Unternehmenskultur?

*Für Nichtläufer: GA1 steht für Grundlagenausdauer, Laufen in angenehm-ruhigem Tempo bei niedrigem Puls. Bei diesem Tempo lässt sich gut miteinander schwatzen.

Vergleiche

Wer die Kommentare zur gegenwärtigen FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 liest, dem kann die Omnipräsenz der Vergleiche Männer-Fußball vs. Frauen-Fußball nicht entgehen. Solche Vergleiche sind oft genug zwischen den Zeilen versteckt, auch dann, wenn sie scheinbar gar nicht thematisiert sind.
Es wird von „Frauen-Fußball“ getextet. Haben Sie schon einmal von „Frauen-Leichtathletik“ oder „Männer-Eiskunstlauf“ gehört? Diese ständigen Vergleiche lenken uns nur ab, die Spannung, die Unberechenbarkeit des Spiels zu genießen. Und die gibt es immer. Man möge nur einem Spiel der F-Jugend (übrigens fast immer und auf jeden Fall selbstverständlich in Mixed-Teams) zuschauen oder sich an einem verregneten Herbsttag in der 11. Liga zu den Wurzeln des Fußballs begeben. Spannung hängt nicht vom Leistungsniveau ab. Lasst uns die Spiele als Zuschauer genießen, über schlechte Schiedsrichter schimpfen, unserem Platznachbarn den letzten Spielzug erläutern und klarstellen, wer die bessere Bundestrainerin ist.

Moral? Vergleiche mögen nicht immer sinnvoll sein, Vergleiche zwischen Unternehmen (Benchmarking) gehören zuweilen dazu. So höre ich regelmäßig beim Benchmarking von Mitarbeiterbefragungsergebnissen von Geschäftsführern und Vorständen die Aussage: "Oh, dann jammern wir ja nur auf hohem Niveau und müssen also nichts tun." Aber... was hat das nun wieder mit der Fußball-WM zu tun?

Das Unternehmen ohne Konzept ODER kein Konzept zu haben ist auch eines

Es geht – mal wieder – um den FC Bayern. Ja, genau den, der unbedingt Manuel Neuer, den derzeit besten deutschen Torhüter, verpflichten will. Es ist eigentlich wie immer: Die besten deutschen Spieler werden wild zusammen gekauft und dem jeweils aktuellen Trainer vorgesetzt... Nach einer Weile tritt Ernüchterung ein, weil die Leistungen weit unter den…
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