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Wie Organisationen mit ihren Krisen umgehen

Ich habe mir gerade den Bericht der Untersuchungskommission zur Fukushima-Katastrophe angesehen. (Zum Nachlesen: Fukushima Nuclear Accident Independent Investigation Commission Official Report)  In beeindruckender Weise geht daraus hervor, wie systemische Verflechtungen und kulturelle Muster eine dramatische Krise (mindestens) förderten und deren Bewältigung behinderten. Beobachtet man, wie manche Organisationen mit Krisen umgehen, dann fallen einige Parallelen zu Fukushima auf.
Für die Bewältigung einer Krise ist es hilfreich, das relevante System zu betrachten. Neben nahe liegenden Elementen wie äußere Einflüsse und frühere Fehlentscheidungen (bestens geeignet für Schuldigensuche) bleiben – nach meinen Beobachtungen - vielfach für Veränderungsprozesse wichtige Elemente unbeachtet. Hier eine kleine Auswahl:

  • Wie Entscheidungen entstehen
  • Welche Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen wichtigen Führungskräften und Gremien bestehen
  • Welche organisationskulturellen Muster relevant sind (z.B. eine lernen-verhindernde Fehlerkultur)
  • Welche Sprachbilder verwendet werden (Z.B. wird die Krise - in der für die Mitarbeiter relevanten Kommunikation – gar nicht als solche benannt.)
  • Welche Arbeitsmethoden für Analyse und Lösungsentwicklung eingesetzt werden (gern genommen: unstrukturierte Diskussion als Allheilmittel, gewürzt mit allen denkbaren Kommunikationskillern)
  • Wie die Veränderungsarbeit verteilt ist (häufig ist diese auf sehr wenige Personen konzentriert).

Als hilfreich für Führungskräfte, um über die eigene systemische Verstrickung in das Beitrags- und Ursachengeflecht einer Krise zu reflektieren, habe ich eine kleine Frage erlebt: Was könnte ich selbst tun, um die Krise zu verschlimmern?

FC Bayern: Mehr desselben vs. Neuanfang

Die Bayern haben nun also alles verpasst… das Triple, das Double und am bittersten den Heimsieg im Champions-League-Finale. Jeder wohlmeinende Beobachter (zu denen ich mich zähle), ist gut beraten, den Bayern Zeit für Trauer und Analyse zu lassen (wollte ich auch). Die Verantwortlichen des FCB stellten jedoch umgehend klar: Die Bank ist zu schwach besetzt, über den Trainer wird nicht diskutiert, Punktum. Nicht gleich das Heil in einem Trainerwechsel zu suchen, macht sympathisch. Zumal Heynkes die seltene Fähigkeit der Divenintegration besitzt.

Die Ergänzung des Kaders mit guten Spielern, dürfte das Problem des FCB jedoch nicht nachhaltig ändern. Denn dies ist nur eine Form von „mehr desselben“, dh. ein altes Problem mit immer wieder denselben untauglichen Mitteln bewältigen zu wollen. Die Ursachen liegen viel tiefer, betreffen das System, dessen Erfolg sich eben gerade nicht als Summe der Qualitäten seiner Spieler ergibt. Relevant, und das zeigen gerade Teams wie Basel, Dortmund und Mönchengladbach, sind die Beziehungen zwischen den Systemelementen:
- eine klares Spielkonzept (bei Unternehmen nennt man das Mission), dessen Wirksamkeit nicht vom Ausfall einzelner Spieler abhängt
- die Fähigkeit, sich variabel auf das taktische System des Gegners einzustellen
- das von Intuition geprägt Zusammenspiel der Spieler.

Von einer solchen Denkweise ist der FCB weit entfernt. Das zeigt sich u.a. an Hoeneß´ rhetorischer Frage „Was kann ein Trainer dafür, dass der Spieler den Elfmeter an den Pfosten setzt?“. Für eine Analyse geeigneter sind Fragen wie: „Warum ist das Team zu einem schnellen Umschalten nach Balleroberung (welches Überzahlsituationen, freie Räume und Fehler des Gegners zwingen soll) schlichtweg nicht in der Lage?“ oder „ Weshalb agiert das Team, und insbesondere seine beiden Außenstürmer Ribery und Robben derart schematisch vorhersehbar, dass sich mittlerweile jeder halbwegs taktisch variable Gegner leicht darauf einstellt?“. Alle Probleme mit mangelhafter Qualität der Spieler (oder der Bank) zu begründen, ist eine Denkweise der Altvorderen. Unerklärlich ob der Tatsache, dass die Bayern mehrfach gegen Teams schlecht ausgesehen haben, die auf den Einzelpositionen weit weniger gut besetzt sind.

Ist eine Veränderung beim FCB möglich? Der DFB hat eine solche nach dem blamablen Ausscheiden bei der EM 2000 realisiert. Ein Beobachter meinte damals: „Ich habe im internationalen Vergleich die Entwicklung des deutschen Fußballs vorausgesehen. Die Spielweise war hilflos und deprimierend. Sie war nicht in der Lage aus der Defensive heraus, das Spiel aufzubauen. Mit dem heutigen Spiel ist der deutsche Fußball auf dem absoluten Tiefpunkt angekommen. Nun müssen weitgreifende Entscheidungen getroffen werde, um den deutschen Fußball wieder auf die Beine zu helfen.“ Der damalige Beobachter war: Jupp Heynkes.

Trainerwechsel

Die deutsche Fussball-Bundesliga im April 2011: Trainer A wechselt nach X, von dort wechselt Trainer B nach Y. Trainer C macht mit seinem Team ein entscheidendes Spiel bei seinem zukünftigen Verein. Man kann das bejammern (machen wir nicht), man sich auch wundern (machen wir: z.B. über Felix Magath, der sich in die Situation begibt, ohne…
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